Abstrakt

Antikoagulation mit Rivaroxaban nach ultraschallgestützter kathetergesteuerter Thrombolyse bei Patienten mit mittelgradiger Lungenembolie mit hohem Risiko – eine Fallserie

Michael Schreinlechner, Markus Theurl, Rudolf Kirchmair, Wolfgang-Michael Franz, Peter Marschang

Hintergrund: Die optimale Behandlung einer Lungenembolie (PE) mit mittlerem bis hohem Risiko ist noch immer unklar und herausfordernd. Eine neue Methode für diese Erkrankung ist die ultraschallunterstützte kathetergesteuerte Thrombolyse (USAT). Die Verwendung von nicht-Vitamin-K-antagonistischen Antikoagulanzien (NOAC) wird derzeit nach der Thrombolyse nicht empfohlen. In unserer Fallserie versuchten wir, die Wirksamkeit und Sicherheit der NOAC-Behandlung kurz nach der USAT zu bewerten. Methoden und Ergebnisse: Wir berichten über fünf Patienten mit Lungenembolie mit mittlerem bis hohem Risiko, die nach der USAT erfolgreich mit Rivaroxaban als postprozedurale Antikoagulation behandelt wurden. Die Behandlung wurde gut vertragen, mit rascher klinischer Besserung und fast vollständiger Normalisierung der Rechtsherzfunktion (Reduktion des mittleren Verhältnisses von rechts zu linksventrikulärem Ventrikel (RV/LV) von 1,22 (Bereich 1,07-1,24) zu Beginn auf 0,87 (Bereich 0,76-1,07) drei Tage nach der Thrombolyse (p = 0,016). Wir beobachteten eine mittelschwere GUSTO-Blutungsepisode und einen vorübergehenden Anstieg des Kreatinins bei einem Patienten, aber keine anderen Nebenwirkungen. Nach 2,4 Tagen (Bereich 2-4 Tage) wurden die Patienten von unfraktioniertem Heparin auf Rivaroxaban umgestellt. Die Nachuntersuchung nach drei Monaten zeigte eine Normalisierung der Rechtsherzfunktion (RV/LV-Verhältnis 0,69 (Bereich 0,65-0,81), keine wiederkehrenden thrombotischen Ereignisse und keine zusätzlichen Blutungsepisoden. Schlussfolgerung: Nach unserer Erfahrung scheint USAT, gefolgt von einer postprozeduralen Antikoagulation mit Rivaroxaban, eine wirksame Behandlung von Patienten mit mittlerem bis hohem Risiko zu sein. Lungenembolie.

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